Mit Geld umgehen wie ein Nobelpreisträger

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3 Tipps, wie Sie die „Nudging“-Methode für Ihre Finanzen nutzen können

 

„Wie lässt sich das Verhalten von Menschen beeinflussen, ohne dass sie sich gezwungen fühlen?“ Mit dieser Frage hat sich der Amerikaner Richard Thaler beschäftigt und dafür 2017 den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Die Theorie: Mit einem „Nudge“, übersetzt etwa „sanfter Stupser“, bringt man Menschen ohne Zwang dazu, ihr Verhalten zum Positiven zu verändern. Zum Beispiel fürs Alter vorzusorgen, Energie zu sparen oder mehr Sport zu machen.

 

Wie kann man diese Methode für sich nutzen? Menschen können gestupst werden, aber auch sich selbst anstupsen. Am einfachsten erklärt man „Nudging“ mit der Wahl einer Beilage zu einem Hauptgericht: Gibt es als Standard Salat, den man auf ausdrücklichen Wunsch gegen Pommes tauschen kann, essen mehr Menschen Salat als im umgekehrten Fall. Die Hürde, dass man erst nach den Fritten fragen muss, hält viele Menschen davon ab und lässt sie gesünder essen. Oder wie Thaler es sagen würde: „Die Menschen haben eine starke Neigung, sich für das Standardangebot zu entscheiden.“

 

Was der Beilagensalat mit Ihren Finanzen zu tun hat? Ganz einfach, mit dem Wissen, dass Sie sich selbst stupsen können, fällt es leichter, das eigene Verhalten zu ändern.

 

Hier nun drei Nudging-Tipps rund um Ihr Geld:

 

1. Sparen am Anfang des Monats

Sie möchten gerne Geld zurücklegen, aber am Ende des Monats ist nichts mehr übrig? Behelfen Sie sich mit einem kleinen Trick: Überlegen Sie sich, wie viel Geld Sie grundsätzlich sparen können, und richten Sie einen Spardauerauftrag ein, der einen Tag nach Gehaltseingang ausgeführt wird. So bleibt am Ende des Monats vielleicht immer noch kein Geld übrig, aber das Sparkonto wird trotzdem regelmäßig gefüllt. Oder Sie zahlen direkt in einen Fondssparplan ein, das ist bereits ab 25 Euro pro Monat möglich. Das Geld können Sie mit den folgenden Tipps einsparen:

 

2. Sparen bei Strom und Gas

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr: Durch regelmäßiges Wechseln des Gas- oder Stromanbieters können Verbraucher bares Geld sparen. Sie wechseln dennoch nicht regelmäßig? Versuchen Sie es mit einem Trick: Statt des obligatorischen „Stromanbieter wechseln“-Post-its auf dem überquellenden Schreibtisch schreiben Sie sich einen Termin in Ihren Kalender, natürlich noch innerhalb der Kündigungsfrist: „100 Euro verdienen durch Wechseln (Strom/Gas)“. Anstelle eines bürokratischen Vorgangs haben Sie jetzt einen hohen Stundenlohn im Fokus: Denn ein Wechsel dauert nicht lang, und der neue Anbieter belohnt Sie für Ihre Mühe.

 

3. Sparen im Alltag

„Nudging“ kann man auch im Kleinen betreiben. Ein paar Beispiele:

Stellen Sie Ihren Drucker oder Ihren Computer standardmäßig auf Schwarzweißdruck und falls möglich auf „doppelseitig“. Sollten Sie dennoch Farbausdrucke benötigen, müssen Sie das eben am Rechner umstellen – in allen anderen Fällen sparen Sie! Die gesparten Druckkosten übertreffen den gelegentlichen Aufwand, auf Farbe umzustellen, bei weitem.
Verzichten Sie auf den Standby-Modus bei Elektrogeräten und nutzen Sie Mehrfachsteckdosen mit einem Ein/Aus-Schalter für Lampen, Computer und Kaffeemaschinen. Schalten Sie diese auf „Aus“ und sparen Sie Strom bei allen Geräten, die Sie im Moment nicht benutzen.
Geben Sie sich selbst kleine Hinweise: In Hotels in den USA zum Beispiel sank der Wasserverbrauch merklich, wenn auf Seifenspendern folgende Aufschrift gedruckt war: „Stop the water while using me.“ Zu Deutsch: „Stellen Sie den Wasserhahn ab, solange Sie sich die Hände einseifen“.

 

Auf die Frage, was er mit dem Preisgeld von neun Millionen schwedischen Kronen – immerhin knapp eine Millionen Euro – anfangen würde, antwortete Richard Thaler übrigens: „Ich werde versuchen, es so unvernünftig wie möglich auszugeben.” Damit bringt er zum Ausdruck, dass Nudging zwar ein Ziel verfolgt, aber die Freiheit des Einzelnen unangetastet lässt. Auch die Freiheit, unvernünftig zu handeln: Wer etwa für ein schnelles Auto viel Geld ausgibt, agiert vielleicht nicht rational, weil es unter Umständen auch ein Kleinwagen getan hätte. Aber der Sportwagen kann trotzdem mehr individuelles Glück bringen als das, was andere als vernünftiger bewerten würden.

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