Fragen und Antworten

Interessante Fakten zur Sparkassen-Finanzgruppe


Der Name Sparkasse steht für eine besondere Geschäftsphilosophie. Sparkassen sind verlässliche Partner für Privat- und Firmenkunden.

Was unterscheidet eine Sparkasse von einem privaten Bankkonzern?

Private – vor allem börsennotierte – Bankkonzerne und öffentlich-rechtliche Sparkassen unterscheiden sich grundlegend in ihrer Geschäftsphilosophie. Sparkassen haben in erster Linie die Aufgabe, ein flächendeckendes kreditwirtschaftliches Angebot für alle Kundengruppen sicherzustellen und durch die Vergabe von Krediten für mittelständische Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Region zu fördern. Ihre Geschäftsergebnisse kommen der Allgemeinheit in der jeweiligen Region zu Gute. Private Banken hingegen sind ihren Anteilseignern verpflichtet. Sie müssen darauf achten, für diese eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Die Kunden kennen die Unterschiede zwischen Sparkassen und privaten Großbanken sehr genau. Für viele sind sie der Grund, sich für die Sparkassen als kreditwirtschaftliche Partner zu entscheiden.

Was erwarten die Menschen von einer Sparkasse?
 
Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Engagement für die eigene Region, Finanzdienstleistungen für alle sowie eine gemeinnützige Verwendung von Gewinnen. Dies alles verbinden sie mit dem Namen „Sparkasse“.

Wie wichtig ist den Bürgerinnen und Bürgern, dass sich Sparkassen am Gemeinwohl ausrichten?

Mit großer Mehrheit wollen die Menschen in Deutschland, dass sich die Geschäftspolitik der Sparkassen am Gemeinwohl ausrichtet. Drei von vier Bundesbürgern sprechen sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa dafür aus.
Die besondere gemeinwohlorientierte Geschäftsphilosophie der Sparkassen beeinflusst in hohem Maße die Wahrnehmung der Sparkassen. Keine andere Marke im deutschen Kreditgewerbe genießt eine so hohe Bekanntheit, so viel Sympathie und so großes Vertrauen wie die Marke „Sparkasse“. Viele Markenstudien bestätigen dies. 98 Prozent der Deutschen kennen Sparkassen mit ihrer heutigen Geschäftsphilosophie, fast 60 Prozent stehen mit den Sparkassen in Geschäftsbeziehung.

Können die Menschen sicher sein, dass eine Sparkasse immer gemeinwohlorientiert ist?

Das Vertrauen der Menschen in die Ausrichtung der Sparkassen am Gemeinwohl wird gesetzlich geschützt. Grundsätzlich dürfen in Deutschland nur Institute, die in öffentlicher Rechtsform organisiert sind und gemeinwohlorientierte Aufgaben erfüllen, die Bezeichnung „Sparkasse“ führen. Dies ist im § 40 Absatz 1 Nr. 1 Kreditwesengesetzes (KWG) eindeutig festgelegt.

Warum ist der § 40 KWG so wichtig?

Gerade § 40 KWG ist eine Regelung, die in hohem Maße dem Verbraucherschutz dient. Durch den Schutz der Bezeichnung „Sparkasse“ wird sichergestellt, dass die Kunden Sparkassen von privaten Banken klar unterscheiden können.
Die Transparenz im Markt bleibt somit gewährleistet. Die Verbraucher wissen, mit wem sie es im sensiblen Bereich der Finanzdienstleistungen zu tun haben. Dass Transparenz im Markt besteht, ist auch im Interesse des Wettbewerbs. Denn es würde zu Verzerrungen führen, wenn Wettbewerber der Sparkassen die Bezeichnung „Sparkasse“ für eigene Geschäftszwecke nutzen und vom guten Ruf dieses Namens profitieren. Damit könnten sich Wettbewerber einen unrechtmäßigen Vorteil verschaffen. Die Funktion einer Marke, Unterscheidung im Wettbewerb zu gewährleisten, wäre aufgehoben.

Ist im deutschen Finanzsektor nur die Bezeichnung „Sparkasse“ gesetzlich geschützt?

Nein, im Kreditwesengesetz wird ebenso definiert, welche Kreditinstitute die Bezeichnungen „Volksbank“ und „Bank“ verwenden dürfen. In Paragraf 39 Abs. 2 KWG ist beispielsweise festgelegt, dass die Bezeichnung „Volksbank“ nur von Instituten geführt werden darf, die in der Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft betrieben werden und einem Prüfungsverband angehören.

Welche Bedeutung hat der Haftungsverbund für die Kunden?

Die Sparkassen-Finanzgruppe übernimmt durch den Haftungsverbund Verantwortung für den Bestand ihrer Institute und sichert die Einlagen aller Kunden vollständig aus eigener Kraft ab. Der Haftungsverbund wird auch nach der Ersetzung der Anstaltslast und dem Auslaufen der Gewährträgerhaftung ab dem 19. Juli 2005 den Kunden ein Höchstmaß an Schutz bieten. Damit können die Kunden den Sparkassen bei der Sicherheit der Einlagen voll vertrauen.

Weshalb wurde der Haftungsverbund weiter entwickelt?

Durch die Weiterentwicklung wird die Leistungsfähigkeit des Haftungsverbundes nochmals ausgebaut und die Sicherheit der eingelegten Kundengelder auch in Zukunft gewährleistet. Das Gesamtvolumen der Sicherungsfonds von Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen wird um 50 Prozent erhöht. Zugleich haben wir Instrumente entwickelt, um mögliche Risiken noch früher zu erkennen, damit wir umgehend Gegenmaßnahmen ergreifen können. Deshalb bauen wir das System zur Erkennung von Risiken aus und erweitern die Rechte der Sicherungseinrichtungen. Dadurch können wir wirtschaftliche Probleme frühzeitig erkennen und lösen. Die bewährten Merkmale des Haftungsverbundes werden beibehalten. Auch künftig sichert der Haftungsverbund beispielsweise den Bestand der Institute.

Erhält der Haftungsverbund damit auch unwirtschaftliche Institute am Markt?

Nein, das Ziel jeder Sanierungsmaßnahme, die vom Haftungsverbund mitgetragen wird, ist die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des betreffenden Institutes. Dies gilt für alle bisherigen und auch für mögliche künftige Sanierungen. Am Ende einer jeden Sanierung steht somit ein Institut, das am Markt erfolgreich bestehen kann. In einem Verbund selbständiger Unternehmen muss jede Einheit wirtschaftlich sein.

Wie werden mittelständischer Kunden ins und im Ausland begleitet?

Für die mittelständischen Unternehmen, die im Ausland investieren, steht der Aufbau von Vertriebs- und Produktionsstätten im Fokus. Die umfassende Begleitung von kleinen und mittleren Unternehmen durch die Sparkassen macht dabei auch nicht an Ländergrenzen Halt.

Die Sparkassen können hierbei direkt auf das internationale Netzwerk der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe mit ihren zahlreichen spezialisierten Institutionen zurückgreifen.

Ein wichtiger Baustein dieses internationalen Netzwerks ist der so genannte CountryDesk, ein Netzwerk für Sparkassen und ihre mittelständischen Kunden. Er ist gewissermaßen eine „verlängerte Werkbank“ der Sparkassen im Ausland. Die Angebote reichen von der Beschaffung und Bereitstellung von Informationen bis zu Finanzdienstleistungen im Ausland.

Die Sparkasse vor Ort kann ihrem mittelständischen Kunden über den CountryDesk überall auf der Welt Bankbegleitung, Know-how und persönliche Betreuung vermitteln. Der Country-Desk, den die Großsparkassen in Deutschland in den vergangenen Jahren aufgebaut und für alle Sparkassen geöffnet haben, erfüllt damit genau die Anforderungen des Mittelstandes. Mitgetragen wird der CountryDesk inzwischen auch von mehreren Landesbanken und der Deutschen Leasing.

Ein wesentlicher Bestandteil des internationalen Netzwerks der Sparkassen-Finanzgruppe sind Partnerbanken weltweit, die gezielt nach mittelständischer Orientierung, Beratungsqualität und auch Deutschkenntnissen der Berater ausgesucht wurden. Bevorzugt werden leistungsfähige ausländische Sparkassen sowie Institute oder Institutsgruppen, die grundsätzlich eine ähnliche Geschäftsphilosophie wie Sparkassen verfolgen. Hierzu zählen selbstverständlich auch Betriebsstellen und insbesondere Bankbeteiligungen der Landesbanken.

Autor: Werner Block


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